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Die Krisenursachen
(VO 2)
Inhalt
Vorweg - Die Finanzmathematik versagte (VO 2.1) - Von der Mangelwirtschaft zur Marktsättigung (VO 2.2) - Falsche Globalisierung (VO 2.3) - Ökologische Gründe der Krise (VO 2.4) - Viele lebten über ihre Verhältnisse (VO 2.5) - Fehleinschätzungen im Bankwesen (VO 2.6) - Die Rating-Agenturen im Mittelpunkt der Krise? (VO 2.7) - Oft sind Immobilienfehlplanungen die Ursache (VO 2.8) - Krisenursache: Die Grenzen des Wachstums (VO 2.9)
Nur eines habe den Risikomodellen der Banken gefehlt: Eine zuverlässige Vorstellung darüber, wie verschiedene Risiken von einander abhängen.
(Statistiker S. Rachev Uni Karlsruhe i. FAZ 3. 5. 09)

Vorweg: Günter Lachmann beschrieb in der Welt am Sonntag (Nr. 7/09) "den hilflosen Versuch, dem stärksten Rückschlag für die Weltwirtschaft seit 80 Jahren mit den Rezepten von gestern zu begegnen". Und weiter schrieb er unter anderem: "Weltweit gehen Handel und industrielle Produktion um fast 20 % zurück....Insgesamt liegen (2/09) der Bundesagentur für Arbeit rund 1 Mio. Anträge für Kurzarbeit vor. ...Ratlos sind sie alle, die Politiker wie die Ökonomen...." - Das Foto links zeigt beispielsweise Automengen. Wenn sie keiner braucht, können sie die kommenden Generationen auch nicht über Steuern finanzieren und dafür verhungern, völlig unabhängig vom Ressourcen- und Umweltverbrauch.
Die Finanzmathematik versagte (VO 2.1)
Die Finanzmathematik wird u. a. herangezogen zur Berechnung für die Verzinsung von Eigenkapital, Tilgungen für Raten und Anleihen, Verzinsung von Wertpapieren, Abschreibungen, Bewertungen von Anlagen und Unternehmen (letzteres siehe Rating-Agenturen beim Finanzkrisen-Lexikon unter www.finanzkrisen-lexikon.de ). Änderungen wegen Marktänderungungen, beispielsweise wegen Marktsättigung oder Umweltänderungen, werden dabei meistens vergessen. Darum hatte auch die Theorie der Portfolio-Optimierung des Henry Markowitz in den 50-er Jahren Erfolg: Wer sein Geld sichern will, muss es gut verteilen. Dies gilt, wenn auch etwas eingeschränkt, heute noch.
Auch damals (in den 50-er Jahren) hatten die Siegermächte zuvor Alt-Maschinen als Reparationen aus Deutschland erhalten, während in Westdeutschland mit viel Innovation gänzlich Neues geschaffen wurde. Anders als in Ostdeutschland, dessen Sozialismus schnelle Innovationen verhinderte. "Es ging alles seinen sozialistischen Gang." Fast ähnlich einigen neuen Gesetzten aus Brüssel. So erhöht beispielsweise der Biosprit-Zusatz meistens den Hunger in der Welt und die Kohlendioxydabgabe (weil dafür vorher Wald abgebrannt wurde) und außerdem erhöht der Zusatz beim Diesel die Krebssterblichkeit. Die Energiesparlampen sparen fast nichts ein, verteilen aber später über Müllverbrennungsanlagen ihr hochgiftiges Quecksilber über das Land. - Siehe auch: www.ökologisches-handeln.de .
Insbesondere die Rating-Agenturen verschlimmerten die Wirtschaftkrise, weil sie ja, wie die gesamte Finanzwirtschaft, ebenfalls mit finanzmathematischen Berechnungsverfahren arbeiteten, die sich viele Jahre bewährt hatten, die aber zusätzlich, wegen der immer besseren Rechenprogramme, so verzahnt waren, dass zuletzt keiner mehr durchblickte.
Patrick Bernau berichtete (am 3. 5. 09 in FAZ) über die Probleme einer Finanzmathematik, die der Welt erst einen Aufschwung bescherte und deren Fehler sie jetzt in eine Krise stürzten: Der Statistiker Svetlozar Rachev "untersuchte an der Universität Karsruhe Kursbewegungen und gibt die Ergebnisse an Banken und Fondsgesellschaften weiter...Nur eines habe den Risikomodellen der Banken gefehlt: Eine zuverlässige Vorstellung darüber, wie verschiedene Risiken voneinander abhängen."
In einem solchen Risikomodell stecken oft 17.000 Zahlen. Und "das ist heutzutage noch eine Herausforderung für IT" zitiert Bernau den Risiko-Experten Uwe Gaumert beim Bankenverband. Die Banken arbeiteten darum mit einfacheren Modellen und dachten, es wird als Näherung schon hinkommen. Aber es kam nicht hin.
Möglicherweise wäre dies auch noch rechtzeitig aufgefallen, wenn es bessere Daten aus der Vergangenheit gegeben hätte. Die gab es aber nicht. Beispielsweise: Was ist früher mit Wertpapieren passiert, wenn die Immobilienpreise fielen. - Die fielen aber seit 30 Jahren nicht. - Weil ein Risikomodell nur eine grobe Vereinfachung darstellt, darf man sich nicht blind auf die Ergebnisse verlassen. "Aber genau das ist in vielen Fällen passiert: Die Risikomanager nahmen die Zahlen, die ihre Computer ausspuckten, weitgehend ungeprüft hin". Dazu zitiert Bernau den Mathematiker und Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Burkhard Schwenker mit: "Man vergisst eben leicht die Annahmen, die den Modellen zugrunde liegen."
Insbesondere wurden Betrugs-, Beschäftigungs-, Sättigungs-, Umwelt- und Globalisierungsänderungen nicht berücksichtigt. Dies hätten aber auch viele andere berücksichtigien können, die sich stattdessen über Aufträge freuten, die keiner mehr brauchte. Die Schuldigen sind sicher überall, nicht nur bei den Bankern, zu finden. Selbst die Anleger fragten nicht nach dem Grund der oft besonders hohen Zinsen.
Nachfolgend sollen einige Haupt-Krisenursachen beschrieben werden:
Von der Mangelwirtschaft zur Marktsättigung (VO 2.2)
Wenige Jahre vor 1990 bediente die Marktwirtschaft fast jeden Wunsch oder entfachte Wünsche, die zum Kauf anregen sollten. Es ging der Bevölkerung wegen noch guter Wirtschaftsdaten so gut, dass die Frauen oft kein Geld verdienen mussten, sie konnten sich stattdessen um den Haushalt und die Kinder kümmern und selbst viele Handwerker im Arbeitsverhältnis konnten sich in den Jahren zuvor noch ein eigenes Haus erlauben.
Doch langsam vergrößerte sich, besonders in der damaligen Bundesrepublik, aber auch in Westeuropa, die Arbeitslosigkeit. Die Produktivität überschritt, trotz immer besserer Angebote und Innovationen, immer mehr den Konsum. Die Menschen hatten fast alles. Diese Auswirkungen wurden jedoch durch sich verkürzende Arbeitszeit, aufgrund von Gewerkschaftsforderungen, abgemildert. Die Sozialausgaben und Steuern stiegen, das verfügbare Einkommen fiel entsprechend, Autos und andere Ware wurden schwerer verkäuflich.
In den sozialistischen Ländern des Ostens war zu jener Zeit genau das Gegenteil zu beobachten: Sehr geringe Produktivität mit größter Mangelwirtschaft. Trotzdem waren die Arbeitszeiten erheblich länger als in den Ländern Westeuropas und trotzdem mussten alle Frauen mitarbeiten. Allein deshalb waren ausreichend gute Kinderkrippen und Kindergärten notwendig und vorhanden. Zusätzlich war die Umweltverschmutzung wegen fehlender Gewaltenteilung unglaublich hoch.
Der Marx’sche Sozialismus war für die praktische Durchführung so fehlerhaft (siehe auch www.soziales-deutschland.de Deutsche Einheit), dass er vom damaligen Ostblock 1990 aufgegeben wurde. Dies führte dann zur deutschen Einheit.
Die frühere DDR und der Ostblock hatten nun einen geradezu unglaublichen Bedarf an Konsumgütern, an Autos, an allem möglichen und unmöglichen, selbst das Beate Uhse Imperium expandierte. Fast alle Produktionsmittel waren im Sozialismus technisch überaltert und mussten erneuert werden. Ganze Industrien, wie im Raume Chemnitz, verschwanden dadurch. Es war, zumindest in Westeuropa, den USA und Kanada, wieder reichlich Arbeit für alle vorhanden.
Osteuropa verschuldete sich dagegen dramatisch. Die Verschuldung wurde immer höher. Lettland, Litauen und Estland, Ungarn, Bulgarien und Rumänien standen Anfang 2009 besonders schlecht da. Hinzu kam, dass zusätzlich von dort wieder Geld in die jetzt ebenfalls geldknappen Westländer abgezogen wurde. Dadurch fielen auch die Geldkurse weiterer Ostländer: Gegenüber dem € fielen beispielsweise Anfang Februar 2009 der polnische Sloty um 37 %, der russische Rubel um 29 %, der rumänische Leu und ungarische Forint um 21 %, der serbische Dinar um 19,3 % und die tschechische Krone um 13 %.
Nur EU- und Weltbankkredite konnten und können da oft noch helfen. Die Seifenblase der angeblichen Großgewinne durch die Insolvenzsozialismus-Länder in Osteuropa kostet jetzt stattdessen viel Geld. Der Chef der Osteuropabank, Dr. Thomas Mirow sagte dazu (in HA 16. 3. 09): "Osteuropa braucht dringend 100 Milliarden Dollar". Die österreichischen Banken hatten Anfang 2009 in Ost- und Südeuropa ausstehende Kredite von 293 Mrd. € (in DER SPIEGEL 11/09).
Nur die ehemalige DDR hatte das Glück der deutschen Einheit. Das Institut für Wirtschaftsforschung der Uni Halle (IWH) errechnete von 1991 bis 2005 insgesamt 1,3 Billionen € Transferleistungen von West- nach Ostdeutschland. Allerdings flossen davon 67 % in Sozialleistungen und nur 10 % in wachstumsfördernde Maßnahmen (siehe auch www.zukunft-deutschland.eu Deutsche Einheit).
Die 1. Ursache der Finanzkrise: Marktsättigung, auch in den früher sozialistischen EU-Ländern.
Falsche Globalisierung (VO 2.3)
Auch China war seinerzeit vom Sozialismus und Verhungern bedient. Es begab sich aber nicht nur in die Marktwirtschaft, sondern - mit anderen Ostasienanbietern zusammen - in die Lohndumping-Angebote nach Westeuropa und die USA. China war die alternative New Economy. Alle waren begeistert und kauften. Hedgefonds versprachen hohe Gewinne durch Wirtschaftswachstum in Ostasien.
Dieser Geldfluss in nur einer Richtung war eine Hauptursache dieser Finanz- und Wirtschaftskrise, die aber vorläufig beibleiben wird, weil die Gegenmaßnahmen diesen Geldfluss nicht abschwächen. Beispiel Abwrackprämie: Gekauft werden weitaus mehr ausländische PKW, rumd 3 x mehr Hunday als den deutschen Spitzenreiter VW.
Ein Geldfluss in nur einer Richtung, der größtenteils auch die 1. große Weltwirtschaftskrise 1929 nach dem 1. Weltkrieg hervorrief.
Während man damals wie heute zunächst noch vom dauernden Wirtschaftwachstum träumte, die Wirtschaft ankurbelte, Autos und Maschinen baute, die teilweise auch Arbeitskräfte einsparten, merkten auch damals die Meinungsführer der Gesellschaft, wie Staatsmänner, Banker, Manager und Wirtschaftsexperten, erst sehr spät und ganz plötzlich, dass der Markt gesättigt war, dass das Maschinenzeitalter um 1925 begonnen hatte. Die Nachfrage sank erheblich, Personal musste entlassen werden. Plötzlich schrieb es die Presse, viele wollten ihre jetzt schlechten Aktien loswerden, die Kurse sanken schlagartig. Mit dem größten Kurssturz an der New Yorker Börse am 24. 10. 1929 war die 1. große Weltwirtschaftskrise geboren.
Der Ökonom John Maynard Kaynes leitete nach dem 1. Weltkrieg die Delegation des britischen Schatzamtes bei der Friedenskonferenz von Versailles. Er schied aber 1919 wieder aus, weil er die alliierten Reparationsforderungen für nicht vertretbar hielt. 1920 schrieb er darüber (The economic consequences of the peace) und forderte 1922 eine Revision der Verträge (A revision of the treaty). Die Verträge bewirkten eine erhebliche Kapitaleinfuhr aus Deutschland in die USA und andere Siegerländer, die dort das natürliche Gleichgewicht in der Wirtschaft störten. Dies wurde später durch eine ungewöhnlich schwere Agrarkrise verstärkt, die einige Staaten mit Autarkiebestrebungen, Lohnmanipulationen, Devisenbewirtschaftung und Subventionen beantworteten. .
Bei der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise war und ist es ähnlich: Das sich entwickelnde Asien trieb den Anteil der Ausfuhren am BIP von 36 % in den Jahren 1997-98 auf 47 % im Jahr 2007 nach oben. Dazu entdeckte die asiatische Wirtschaft die Vorteile einer auf das Billigstlohnland China ausgerichteten Lieferkette und auch die Rohstoffproduzenten, wie Australien; Russland, Kanada und Brasilien, schlossen sich dem Großabnehmer China an (Stephen Roach in WamS 11/09).
Die Gefahren der in den USA wegen falscher Globalisierung fehlenden Arbeit wurden wegen der Spezialisierung nicht erkannt. In den USA wurden und werden die Menschen arbeitslos, weil dies in China oder anderen Ländern ohne jeglichen Umweltschutz und jeglicher oder geringerer Staats-Sozialleistungen billiger war und noch ist. Der hp-Drucker kommt eben heute aus China.
Auf Kredit gekaufte Häuser, Wohnungen und PKW konnten in den USA nicht mehr abbezahlt werden. Eine neu und knapp finanzierte Immobilie beim jetzt Arbeitslosen oder beim Investor ohne Verkaufs- oder Vermietungschancen oder bei der Firma ohne Aufträge bringt zunächst Verluste. Ob Schiff, Bürogebäude oder Flugzeug - ein Wert ohne Gebrauch hat keinen Gebrauchswert, ist wertlos, bis neue Ideen einen Gebrauch ermöglichen. Dann wird nach der Bad-Bank, dem Staat oder dem Insolvensverwalter gerufen.
Wegen des in den USA zuvor großen Geldbedarfs hatten viele ausländische Banken ebenfalls ihre Guthaben dort angelegt. Sie müssen sie anlegen, weil sie ja selbst für ihre Sparer Zinsen erwirtschaften müssen. Allerdings dachten die meisten Banken, vor allem die Staatsbanken, nicht daran, die Sicherheiten der US-Banken zu überprüfen, und an den Betrüger Madoff (siehe Finanzkrisendaten) dachten sie schon gar nicht. Zusätzlich ging auch die Immobilien-Nachfrage in Europa, besonders in Spanien und Großbritannien, zurück.
Die Ware wurde und wird mit Beginn der Asienexpansion umweltschädigend weit transportiert. Immer größere Containerfrachter brachten Ware in die alten Industrieländer, wie auch nach Deutschland. Auf der Rückfahrt wurden dann Mercedes, VW, LKW, Maschinen und andere Güter mitgenommen. Parallel dazu wurden in China von Mercedes, VW etc. Lizenzwerke gebaut. Das war für das aufstrebende China schon deshalb gut, weil auf diese Weise langsam auch eine Eigen-Kopieproduktion aufgebaut werden konnte. BMW konnte z. B. gegen den Importeur des Shuanghuan Ceo vor dem Oberlandesgericht München siegen, weil der Geländewagen nach Gerichtsurteil eine Kopie der X5-Baureihe sei.
Bald stellte man in China immer mehr Fahrzeuge her, bald hatten hier wie dort viele potentielle Käufer an Ware genug, die Frachtraten sanken von € 2000 auf € 400 pro Container (im Februar 2009) und viele Schiffe hatten wegen fehlender Fracht zusätzliche Hafen-Liegekosten. In Deutschland waren es im Februar 09 schon 48 Schiffe. Die Containerschiffart ging so kräftig zurück, dass neue Schiffe weitgehend unnötig wurden. Und das weitere Ergebnis: Beim Auto-, Schiffs- und teilweise sogar beim Maschinenneubau sanken und sinken die Aufträge und steigt die Arbeitslosigkeit.
Die US-Bank Merrill Lynch veröffentlichte (siehe DER SPIEGEL 43/2009) Mitte Oktober 09 eine Studie mit noch faulen Krediten und noch fehlender Wertberichtigung deutscher Banken aus hauptsächlich gewerblichen Immobilien- und Schiffsfinanzierungskrediten. Darin hieß es: Die "derzeit als problematisch einzuschätzenden Aktiva der größten deutschen Banken belaufen sich auf etwa 650 Mrd. €".
Ein weiteres Problem ist der Hunger in der Welt: Zur Zeit des Sozialismus konnte die frühere US-Korn-Überproduktion meistens über die Uno den sonst verhungernden Chinesen und Russen gespendet oder verkauft werden. Weil das nach deren Eintritt in die Marktwirtschaft nicht mehr nötig war, wurde dieses US-Korn (mit Schulden) subventioniert in andere Länder exportiert. In Indien nahmen sich daraufhin 2008 schon über 100 Landwirte das Leben, weil ihre Arbeit ihnen nicht den Lebensunterhalt, wegen Imports dieser subventionierten Produkte (wie aus den USA und z. T. EU), erlaubte. Über eine Milliarde Menschen in der Welt hungern (nach UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) (15. 10. 09 in HA). Ein großer Teil brauchte nicht zu hungern, wenn sich die örtliche Landwirtschaft lohnen würde.
"Für hunderte Millionen geht es ums nackte Überleben", sagt dazu Staatssekretärin Karin Kortmann vom Bundesministerium für Entwicklungshilfe. Aber die Wirtschaftskrise bietet auch eine Chance die Funktionsfähigkeit der Märkte zu verbessern (in HA 14./15. 3. 09).
Eine 2. Ursache der Finanzkrise: Falsche Globalisierung
Ökologische Gründe der Krise (VO 2.4)
Der Verfasser wies bereits vor über 25 Jahren (siehe www.kiene-info.de Buch (V)erbaute Gesundheit) auf die kommenden ökologischen Gefahren hin. Weil nun vor allem deshalb immer mehr Menschen an einen geringeren Energieverbrauch denken, und weil zusätzlich die Energiepreise immer höher wurden und werden, sind vor allem energiesparende Maßnahmen gefragt, wie beispielsweise Energiesparautos.
Da Deutschland vor allem für die teuren Premium-Autos bekannt ist, profitierten von der Abwrackprämie zum großen Teil ausländische PKW-Hersteller, z. T. aus Ostasien. Weil außerdem fast jeder Fahrtüchtige einen PKW hat, geht die Nachfrage insbesondere nach teuren PKW (mit hohem Gewinn) erheblich zurück. GM, Ford, Mercedes etc. merkten es sofort – und deren Arbeitskräfte auch.
Doch reicht auch dies noch lange nicht. Das schlimmste kommt noch (siehe auch www.ökologisches-handeln.de ) - Nur ein Bruchteil der Daten aus dem Portal der Ökologie: Die Meere verschmutzen und werden leer gefischt. Der Fischfang geht zurück. Der Schiffsverkehr belastet zunehmend das Klima - und zwar gegenwärtig bereits mit fast 5% der Kohlendioxyd-Gesamtabgabe (nach Studie HypoVereinsbank dpa in HA 27. 3. 09). Taifune bringen hohe Schäden und Verluste, Geld wird verbraucht. - Verschmutzung, Raubbau und Klimawandel verbrauchen unsere Lebensgrundlagen.
Nur ein „zurück zur Natur“ kann helfen - oder es kommt noch viel schlimmer. Siehe hierzu auch www.ethische-ökonomie.de , dort bei Ethik oder Gier: Die Finanzkrise ist ein Glück für die Umwelt.
Eine 3. Ursache der Finanzkrise: Marktsättigung aus ökologischen Gründen.
Viele lebten über ihre Verhältnisse (VO 2.5)
Fast täglich konnten wir es im Februar in der Presse lesen: Viele Staaten, und meistens auch deren Bürger, hatten über ihre Verhältnisse gelebt (siehe auch Finanzkrisendaten). Das früher sozialistische Osteuropa hatte sich so verschuldet, dass es beim EU-Sondergipfel am 1. 3. 09 in Brüssel einen Hilfsfonds verlangte, der jedoch von den West-Eu und EURO-Ländern, vor allem auch wegen der Stabilität des EURO, abgelehnt wurde.
Dazu sagte der frühere IWF-Direktor, Bundespräsident Horst Köhler, in seiner wichtigen "Berliner Rede" in der Berliner Elisabethkirche am 24. 3. 09:
"Obwohl der Wohlstand in der westlichen Welt, in Europa und auch in Deutschland seit den 70er-Jahren beständig zunahm, ist auch die Staatsverschuldung kontinuierlich angestiegen. Jetzt führt uns die Krise vor Augen: Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt."
Nicht nur die früher sozialistischen Länder waren jetzt bei den Überschuldungsländern, sondern auch viele andere, wie Großbritannien, Griechenland, Italien, Spanien und die USA natürlich, die nicht nur ihre heutigen Kriege nicht gewinnen konnte, sondern vor allem zusätzlich dabei Geld verlor.
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome, Max Schön, rät für die Zukunft zu Investitionen in die Zukunft, in Umwelt, Energie und (Aus-)Bildung. (Siehe dazu auch www.übersicht-deutschland.de Glaube + Bildung). Außerdem hebt er im Interview mit Özlem Topcu (in HA 21. 2. 09) hervor: "Wir alle haben den Hals nicht voll genug bekommen."
Provisionen und Geldgier lassen auch oft die Moral verschwinden (siehe auch www.ethisches-verhalten.de ). Dies galt und gilt überall. Auch deshalb sind heute viele Londoner Banker verschwunden, ihre Privathäuser stehen zum Verkauf, nur keiner kauft sie.
Eine 4. Ursache der Finanzkrise: Geldgier und über die Verhältnisse leben.
Fehleinschätzungen im Bankwesen (VO 2.6)
Der Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung, der Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck schrieb (im Hamburger Abendblatt 23. 2. 09), „die weltumspannende Krise war vorhersehbar“. Seine Analyse ließ viele Zeitungsleser ihre Begeisterung in Leserbriefen ausdrücken. Darum soll nachfolgend in Auszügen daraus zitiert oder berichtet werden:
„Die Ursache lässt sich in 2…Worte fassen: Investment Banking.“ Beim früher normalen Bankgeschäft wird Geld für beispielsweise 3 % eingenommen und für 6 % ausgeliehen. Das bringt natürlich keine 25 % Gewinn. Darum leiht sich die Bank noch Geld hinzu und legt es auf sich laufend wandelnden Märkten an, „also auf dem Aktienmarkt, auf dem Markt für Häuser und Hypotheken, auf dem Markt für Rohstoffe wie Öl und Weizen oder auf dem Markt für Währungen.“
Alle können aber nur gewinnen, wenn die Preise steigen. Doch irgendwann ist Schluss, „weil jeder sieht, dass eine Aktie, gemessen am Gewinn des Unternehmens, überbewertet ist, die Menschen sich keine Häuser mehr leisten können, weniger Öl nachgefragt wird, oder weil ein ganzes Land unter der Last einer zu hoch bewerteten Währung, die die Produkte auf dem Weltmarkt unverkäuflich macht, zusammenbricht.
Das ganze Kartenhaus bricht dann in sich zusammen, weil die Preise der Spekulationsobjekte sinken. Weil all die Investment-Banker-Zocker nicht nur mit eigenem Geld gezockt haben, sondern hohe Kredite dafür aufgenommen haben, können sie diese Kredite nicht zurückzahlen und den Banken, die ihnen Geld geliehen haben droht die Pleite auch dann, wenn sie selbst gar kein Investment Banking betrieben haben. Dann muss der Staat kommen und die Banken retten, weil sonst das ganze Finanzsystem kollabieren könnte….
…Es geht aber nicht an, dass die privaten Banken vom Staat entlastet werden und sofort wieder auf ihre alte Spielwiese Investment Banking zurückkehren.
Wichtig ist also zu klären, welche Art von Geschäften für Banken zulässig ist. Und da das Bankengeschäft international abläuft, muss dies international koordiniert geschehen. Wenn keine Einigung auf konkrete und schnelle Bankregeln möglich ist, muss der Sektor eben verstaatlicht werden, bis man auf internationaler Ebene den richtigen institutionellen Rahmen gezimmert hat.“
Herr Flassbeck hält es abschließend für wichtig, dass der Staat jetzt Regeln aufstellt, die alle Banker dazu zwingen, sich nicht wie Zocker zu verhalten. Diese Regeln wurden zum Teil und werden aufgestellt. Siehe dazu www.finanzkrisendaten.de.
Ein 5. (und wichtiger) Grund der Finanzkrise: Fehleinschätzungen durch das Bankwesen (zusammen mit allen Wachstumsgläubigen). Diese Fehleinschätzungen sind oft mit Geldgier gepaart und betreffen bei allen Entscheidungen sehr viele. Immer wieder wird davon berichtet und berichtet werden. Nachfolgend ein 1. Beispiel:
Die Rating-Agenturen im Mittelpunkt der Krise? (VO 2.7)
In DER SPIEGEL vom 16. 11. 09 wurde über die 3 großen Rating-Agenturen STANDARD&POOR'S (mit 2.654 Mio $ Umsatz), Moody's (mit 1.205 Mio $ Umsatz) und Fitch Ratings (mit 727 Mio $ Umsatz) als Bewerter der Bonität von Firmen, Fonds und Staaten berichtet: "Sie standen, nach den Worten von Edolphus Towns v. US-Repräsentantenhaus, im Mittelpunkt der gegenwärtigen Finanzkrise. Und sie werden im Mittelpunkt der nächsten stehen." - 'Ausgerechnet dieser Finanz-TÜV ist mit Schuld an der globalen Wirtschaftskrise - und das Geschäft boomt schon wieder', hieß es schon in der Einleitung des Berichts: Trio Infernale. Die Autor/in/en Beat Balzli, Michaela Schiessl und Thomas Schulz konnten wahrlich Erstaunliches herausfinden.
Die Details sind teilweise so unglaublich, dass sie deshalb meistens wörtlich wiedergegeben werden sollen: " ...das Trio Infernale Fitsch, Moody's und Standard & Poor's (S&P) kontrolliert praktisch den Zugang zu den Finanzmärkten. er immer dort Schulden aufnehmen will, braucht vorher ein Rating. Die Agenturen benenne die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Gläubiger sein Geld zurückerhält. Je höher diese Sicherheit, desto leichter und sicherer kann ein Staat oder eine Firma Geld leihen. Je schlechter das Rating, desto mehr Zinsen kassiert der Gläubiger für sein hohes Risiko." (Zur Bewertung siehe hierzu auch Rating-Agenturen unter www.finanzkrisen-lexikon.de .)
"Als Investmentbanker Mitte der Neunziger die strukturierten Kreditpapiere erfanden, wurden auch diese von den Rating-Agenturen auf ihre Ausfallwahrscheinlichkeit geprüft. ...diese Konstrukte waren viel zu kompliziert, als dass auch nur halbwegs seriöse Prognosen hätten gemacht werden können. Es gab keine Erfahrungswerte, keine bewährten Berechnungsmethoden....Die Rating-Agenturen verteilten massenhaft Bestnoten für Papiere voll fauler Kredite. Und keiner kontrollierte, was da vor sich ging.
Es sind drei Privatunternehmen (die genannten 3) mit Sitz in New York, die als Hohepriester der Weltwirtschaft auftreten dürfen. Mit insgesammt nur 14.000 Angestellten halten sie die Weltfinanz im Würgegriff. ...Doch das Trio arbeitet weitgehend losgelöst von Aufsichtsbehörden. Sie sind, so scheint es, nur einem Ziel verpflichtet: Der Maximierung des eigenen Firmeprofits."
Es wird berichtet, dass Urteile nicht stimmen müssen. "Obwohl eine einzelne Bewertung Hunderttausende Dollar kosten kann, berufen sich die Firmen auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung." Die Firmen werden von denen bezahlt, die sie bewerten müssen, ein kaum lösbarer Interessenskonflikt.
Für Jochen Sanio, Chef der BaFin, gehören die Argenturen "zu den Hauptschuldigen der Krise". Sie hätten die Bewertung strukturierter Finanzprodukte "als Profitmaschine betrieben und dabei ihre Vertrauenswürdigkeit verspielt".
Obwohl das US-Repräsentantenhaus, wie Anfangs erwähnt, schwere Vorwürfe gegen die Agenturen erhebt. Obwohl, nach dem Bericht, mehrere US-Bundesstaaten Ermittlungen gegen die Agenturen aufgenommen haben und obwohl der kalifornische Staatsanwalt Jerry Brown sagte: "Die Agenturen sind lange genug geschützt und verhätschelt worden. Es wird Zeit, dass wir sie ausräuchern!" - wird all' dies, und werden selbst Klagen, wohl wenig nützen.
Die EU stellte zwar am 23. 4. 2009 die europäischen Agenturen unter staatliche Aufsicht. Sie brauchen zukünftig eine Zulassung, müssen sich und ihre Arbeitsabläufe behördlich kontrollieren lassen und dürfen keine Beratung bei von ihnen bewerteten Abläufen, Firmen oder Staaten leisten. "Der Verband europäischer Wertpapieraufseher wird zur Aufsichtsbehörde Esma in Paris." Doch dieser Alleingang wird wohl wenig nützen.
Die Verfasser berichten ausführlich über die Macht, Machtstrukturen und Probleme für die Banken im Rating Zusammenhang. Da heißt es: "Rückstufungen fressen zugleich die Kapitaldecken der Banken auf. Gemäß den Regeln von Basel II müssen sie für ein Papier über 1 Million nur 5600 € Eigenkapital hinterlegen, wenn es ein Aaa-Rating hat. bekommt es nur ein Ba1, sind es bereits 200.000 €. Sinkt die Bewertung auf B1, fällt die ganze Million an. Das Geld steht der Bank für neue Geschäfte wie etwa Mittelstandsfinanzierungen nicht mehr zur Verfügung. Eine neue Kreditklemme droht. Komplette Volkswirtschaften befinden sich im Schwitzkasten der großen drei.
Oft sind Immobilienfehlplanungen die Ursache (VO 2.8)
Die Autoren des Spiegelberichts vom 16. 11. 09 über das "Trio Infernale" verfolgten die Arbeit des Trios und die Machtlosigkeit der Politik fast bis zum Erscheinungstag. Sehr häufig sind falsche Bewertungen von Immobilien die Grundlage von Fehlentscheidungenvon bei der Finanzierungs- und Hypothekenbewertung.
Da hieß beispielsweise: "Für Ramschhypotheken gab es nur begrenzt historisches Datenmaterial. Die prognostizierte Wahrscheinlichkeit von Pleitefällen der Schuldner basierte hauptsächlich auf den Erfahrungen weniger Boomjahre. Trotzdem übernahmen die Banken die Urteile von Moody's, S&P und Fitch ungeprüft." Und weiter hieß es: "Zur mageren datenbasis gesellten sich viel zu optimistische Annahmen. Die Rating-Agenturen hielten es für unwahrscheinlich, dass Häuserpreise überall im Lande gleichzeitig fallen...Es sollte einer der größten Irrtümer der Agenturen werden."
Nur 10 Tage später, am 26. 11. 09 erschütterten neue Immobilienfehlplanungen die Banken: Dubai. Doch zuvor zurück zum Spiegelbericht. Darin hieß das Motto am Schluss: "Weiter so!
Wie so oft ist die Wall Street die Spitze der Bewegung. Neben dem Geschäft mit klassischen Firmenanleihen bieten Investmentbaknen seit Monaten wieder neue, komplizierte Finanzprodukte an. Sie heißen Re-Remics und sind die altbekannten Risikopapiere, neu verpackt. Dazu schnürt man die alten Pakete auf, sortiert die darin enthaltenen Hypotheken nach gut und schlecht, bündelt die guten zu neuen Paketen, bekommt ein Triple-A-Rating und findet so wieder Käufer.
Es ist wie vor der Krise: ein prima Geschäft für alle Seiten. Seit Sommer boomt der Markt für die Neuverpackung, Banken und Agenturen kassieren ab."
Soweit der Auszug aus dem Abkassierbericht wegen und für Kreditbewertungen. Zuletzt für Hypotheken, die in gute und schlechte aufgeteilt verkauft werden.
Doch schlechte Hypotheken haben fast immer Immobilienfehlplanungen zur Grundlage, die von den Bankfachleuten oft schlecht eingeschätzt werden können. Denken wir nur an die neue und in Wirklichkeit alte Immobilienblase Dubai (siehe auch www.finanzkrisendaten.de ). Auch bei der Dubai-Krise wurde das Wissen von S&P wieder gehört. Dort sah man die finanzielle Abhängigkeit vom großen Bruder Abu Dhabi als Risiko an. Bei S&P hatte man dazu gelernt. In Abu Dhabi wurde immer konservativer und sicherer gewirtschaftet. Deshalb ging man nun auch auf Distanz zu Dubai. Leider entfallen (lt. FTD 27. 11. 09) drei Viertel der Forderungen gegen Dubai auf europäische Banken. Gegen alle Vereinigten Emirate 123 Mrd. $. Mehr als 50 Mrd. $ allein auf britische Banken, auf deutsche ca. 10 Mrd. $. Deutsche Bank und Commerzbank sollen dabei fast nicht betroffen sein
Laut JP Morgan Chase kletterten die Kosten zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall von Staatsanleihen Abu Dhabis stetig: Die Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) von 99 Basispunkten am Dienstag auf 136 am Donnerstag und zum Freitag (27. 11. 09) auf 184 (27. 11. 09 FTD in t-online.de). Darum ist die Aufteilung in A und B Immobilien schon notwendig. Viele bauten und bauen auf Pump angeblich große Ideen, die gerade in einer sich schnell ändernden Zukunft nur große Kosten sind, weil nicht nachhaltig gedacht und geplant wurde.
Auch in Deutschland wurde und wird noch immer viel Kapital in beispielsweise nicht nachhaltige Büroimmobilien und Gewerbegebiete investiert. Die Grenzen des Wachstums sind eben erreicht oder überschritten. Die Finanzkrise machte es nur sichtbar, sie frisst unglaubliche Kapitalmengen und damit zunächst auch Arbeitsplätze, bis sich alle auf die neue Zeit umgestellt haben, wenn sie es denn tun. Zuletzt wollen einige Parteien noch Kapital und Arbeitsplätze durch eine Vermögenssteuer vernichten, die auch nicht nachhaltig gedacht ist.
Krisenursache: Die Grenzen des Wachstums (VO 2.9)
Vor über 35 Jahren, im Jahre 1972, glaubten renommierte Wissenschaftler, dass unkontrolliertes Wachstum die Menschheit an die Grenze ihrer Existenzmöglichkeiten führen würde – und forderten im "Club of Rome" eine gemeinsame neue Gestaltung menschlichen Handelns. Der leitende Wissenschaftler Dennis L. Meadows nannte sein Buch: „The Limits to Growthe“ – die „Grenzen des Wachstums“. Dreißig Millionen Exemplare wurden davon verkauft. Doch von den im Buch genannten Forderungen, ein weiteres Wachstum zu verhindern, wurde nichts erfüllt. Im Gegenteil: Wirtschaftswachstum war Grundlage allen Handelns, das erst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise beendet oder unterbrochen wurde - unterbrochen, um eine überlebensfähige Zukunft zu erarbeiten - www.nachhaltige-ökonomie.de versucht hier zu helfen.
Der "Club of Rome" bezog später eine Geschäftsstelle in Hamburg, die 2008 nach Genf wechselte (siehe www.ökologisches-handeln.de . Meadows trennte sich vor kurzem vom Club of Rome und will in Wien etwas Neues gründen. Er glaubt, dass ein globaler Kollaps schon im Jahre 2100 möglich ist (Interwiev mit Martin Dowideit in WamS 23. 6. 08).
Seit 1972 nahm der Verbrauch in den damaligen Verbrauchsländern – es waren vor allem die Alt-EU und die USA noch erheblich zu. Aber erst durch dem Zusammenbruch des Sozialismus tauchte ein plötzlich expandierender Verbraucher neu auf, der die Grenzen des Wachstums erst jetzt richtig sichtbar macht: China mit rund 1,3 Milliarden Menschen – hinzu kam noch Indien mit rund 1,2 Milliarden Menschen. Knapper werdende Rohstoffe, wie Öl, Gas und einige Metalle, vor allem aber die expandierende Meeres- und Umweltverschmutzung, einschließlich der Klimaerwärmung, können dadurch spätestens 2015 eine grundlegend neue Gestaltung menschlichen Handelns erzwingen. Ob dieses Handeln gemeinsam erfolgt, muss dabei erst die Zukunft erweisen.
Die alte Welt im Jahre 2015 -
hinzu kommt die neue NEUE WELT
A | Die Länder der EU Nur die Hauptländer | Millionen Einwohner 2015 (ca.) | Einwohner / km² 2006 (ca.) |
1 | Deutschland | 82,5 | 231 |
2 | Frankreich | 62,0 | 110 |
3 | Großbritannien+NI. | 60,0 | 247 |
4 | Italien | 58,0 | 193 |
5 | Spanien | 44,0 | 80 |
6 | Polen | 38,1 | 124 |
7 | Rumänien | 20,9 | 94 |
8 | Niederlande | 17,0 | 395 |
9 | Portugal | 11,0 | 114 |
10 | Belgien | 10,5 | 339 |
11 | Griechenland | 10,2 | 81 |
12 | Tschechien | 10,1 | 130 |
13 | Ungarn | 9,8 | 107 |
14 | Schweden | 9,3 | 20 |
15 | Dänemark | 5,6 | 126 |
16 | Slowakei | 5,4 | 111 |
17 | Finnland | 5,3 | 15,4 |
18 | Kroatien | 4,5 | 80 |
19 | Irland | 4,7 | 57,1 |
20 | Litauen | 2,3 | 55,2 |
21 | Lettland | 2,2 | 35,5 |
22 | Slowenien | 1,9 | 99,2 |
23 | Estland | 1,3 | 29,5 |
24 | Luxemburg | 0,5 | 181 |
25 | Malta (ohne 2 Restländer) | 0,4 | 1262 |
| Gesamt EU | 477,5 | |
B | Die USA | 326,0 | 30,7 |
C | Kanada | 35,0 | 3,3 |
D | Russische Förd. | 136,7 | 8,4 |
| | | |
ABCD | EU-USA-Kanada-Russland zus. | 975,2 | |
E | Weitere Gesamt: | 553 | |
F | +Brasilien | 209 | |
G | +Japan + Australien | 150 | |
H | +Mexiko | 150 | |
| Alte Hauptverbraucher | 2037,2 | |
Quellen: EU-Länder aus www.eu.eu . Die Zahlen aus Weltatlas & Länder-Lexikon 2007 im Tandem Verlag GmbH
Das Problem: Zu rund 2 Milliarden Hauptverbrauchern vor 2000 (EU, USA, Kanada, Russland, Brasilien, Australien, Mexiko), kommen neue Hauptverbraucher wie China mit 1.3 Milliarden und Indien mit 1.2 Milliarden = zus. 2,50 Mrd. hinzu. Rohstoff-, Energie- und damit Umweltverbrauch können sich verdoppeln.
Weiter ist zu sagen: Die Chinesischen Arbeiter fahren noch mit dem Fahrrad und möchten auch gerne ein Auto haben. Wenn nicht jeder zweite (wie bei uns), sondern nur jeder 10. eins hätte, würden 100 Millionen Autos hinzukommen, die Roh- und Treibstoffe benötigen. In Indien wäre es nicht ganz so schlimm. Die Grenzen des Rohstoff- und Energie-Wachstums sind in Sicht und müssen durch geistiges Wachstum oder Untergang, auch wegen der Umwelt, abgelöst werden. Zusätzlich wird, besonders durch Waldbrände, Rodung und Biotreibstoffe, die Pflanzennahrung in wenigen Jahren knapp werden. Die Meeresverschmutzung vermindert dazu parallel die Fischnahrung.
Am 10. 7. 2007 schlug die Internationale Energiebehörde (IEA) Alarm, indem sie in bereits 5 Jahren eine Öl- und Gasknappheit prognostizierte. Dies wird wegen Finanzkrise nun einige Jahre später eintreten. Der Grund: Die Erdöl exportierenden Staaten (Opec) kommen bei ihrer Produktion nicht mit der steigenden Nachfrage mit (AP in HA 10. 7. 07).
Peter Frankenfeld machte im Ende Februar 2007 (HA 22. 2. 07) „Drei harte Wahrheiten zur Energie“ zur Überschrift seines Berichts über den jährlich stattfinden SHELL-DIALOG von 300 Experten in Hamburg:
- „Der Verbrauch an Energie wird noch deutlich zunehmen. Auch die Schwellenländer wollen am Wohlstand teilhaben. Heute gibt es in China eine PKW-Dichte von 30 Autos pro 1000 Einwohner. In der Bundesrepublik haben wir 540 Autos pro 1000 Einwohnern. 2020 wird China 100 Autos pro 1000 Einwohner haben – das werden 200 Millionen Autos sein.
- 2. Der Zugriff auf die fossilen Brennstoffe wird komplexer werden. Zum Beispiel bohren wir heute in 2300 Meter Wassertiefe und dann noch mal weitere 4000 Meter tief – das war vor 10 Jahren noch nicht möglich. Heute werden komplette Fabriken auf dem Meeresgrund zusammengesetzt. Das kostet alles ein bisschen mehr.
- 3. Die CO 2 –Emissionen werden weiter steil ansteigen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Klima.“
Am 1. 8. 2007 lauteten dann die Meldungen: Die Rohstoffpreise steigen durch schlechte Ernten, mehr Anbau von Biosprit, und hohe Weltnachfrage überall. Die Welt-Kornvorräte sind so gering wie nie. Am 31. 8. 2007 sagte der Vorstandsvorsitzende von VK Mühlen, Rolf Brack, dem Hamburger Abendblatt: „Wir haben eine absolute Ausnahmesituation auf dem weltweiten Getreidemarkt.“ Der Getreidepreis hatte sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Zusätzliche Unwetter in den USA, China, Indonesien, Burma, Bangladesh im Jahre 2008 können schon für 2009 einen ersten Nahrungsmangel in vielen Ländern möglich machen.
Anfang September 2008 kam die Meldung, dass Kanada den größten Teil der Arktis-Rohstoffe für sich beansprucht. Zuvor hatte Russland schon seine Ansprüche angemeldet (AFP in HA). Nur die EU hat nichts - außer vielleicht ihre Köpfe.
Zum Ausgleich des sich vergrößernden Kohlendioxyds wurden dann Biospritpflanzen großflächig angebaut und so gedüngt, dass die Fischerei immer schneller zurückging. „Der Biosprit führt in die ökologische Krise“, betonte Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Dekan der Bren School für Umweltwissenschaft der Universität Kalifornien, im September 2007 auf der Fachtagung ‚Energie, Ressourcen, Frieden’ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück (HA 18. 9. 07).
Anfang 2009 pronostizierte der US-Klimaforscher David Battisti (von Uni in Waschington) aufgrund seiner Forschungen (23 Computersimulationen und eigener Beobachtungen): Der Hälfte der Menschheit drohe wegen des Klimawandels bis Ende des Jahrhunderts Nahrungsmangel. Die steigenden Temperaturen hätten Auswirkungen auf den Getreideanbau Allein in den Tropen wird die Mais- und Reisernte um 20 - 40 % zurückgehen (AFP 10./11. 1. 09). - Allerdings bringt mehr Wärme auch mehr Wasserverdunstung und dadurch mehr Regen. Es kann also auch anders kommen.
Darum zum nächsten Abschnitt: Wachstumsgrenzen,
sodann zu: Nachhaltige Ökonomie.
(Ki)